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Pressemitteilung und Stellungnahme zur Schul- und Sportausschusssitzung vom 05.09.2017

Eltern gegen Schließung der Realschulform in Bielefeld: Appell an die Verwaltung und Schulpolitik

Elternwille wird einfach übergangen: sie wollen weiterhin die Realschule – statt die von der Schulpolitik präferierten Sekundarschulen.

Eltern gehen auf die Barrikaden, weil die Bosse Realschule und Kuhlo-Realschule geschlossen werden und stattdessen zwei neue Sekundarschulen entstehen sollen. Problem: Nicht für jedes Kind ist eine Ganztagsschule geeignet – so, wie es die Sekundarschulen vorsehen. Z. B. die Bosse Realschule bietet den offenen Ganztag, d. h. die Kinder können auch mittags nach Hause gehen. Eltern haben also die Möglichkeit, selbst zu entscheiden, ob nachmittags Betreuung gewünscht ist – oder eben nicht.

Es findet eine Elternumfrage ab dem 20.9.2017 statt, aber viele Eltern sind nicht richtig informiert und wissen gar nicht, welche Konsequenzen die neuen Sekundarschulen für die Kinder hätten. Vielen ist nicht bewusst: Wenn sie ihre Kinder nicht an der Sekundarschule anmelden, bleibt die Realschule weiterbestehen und darf auch weiterhin neue Anmeldungen zum kommenden Schuljahr annehmen. Die Stadt Bielefeld weist aber nicht darauf hin, sondern suggeriert den Eltern nur, dass sie die Sekundarschule wählen müssen. Also gar keine andere, vielleicht für sie bessere Wahlmöglichkeit haben... Die Eltern wissen gar nicht, was passiert, wenn sie nicht wählen.

Eine betroffene Mutter berichtet:

Immer wieder ist man verwundert darüber, dass die Bosse Realschule NICHT am Konzept der Sekundarschule Gellershagen mitgewirkt hat. Nur hat niemand gefragt, warum nicht! Ganz einfach aus folgendem Grund… Die Bosse Realschule hat NICHT an der eigenen Schließung gearbeitet. Seit über mehr als 100 Jahren ist die Bosse-Realschule eine feste Größe dieser Stadt!

Davon haben im Fall unserer Bosse Realschule, die umliegenden Grundschulen, das Max-Planck-Gymnasium u.a. mit am Konzept der SEK1-Brodhagen gearbeitet.

Laut Konzept und Raumplanung der SEK1 fehlen dort bereits von Anfang an entsprechende Räume und Kapazitäten, um dieses auch umsetzen zu können.

Formulierung im Antrag: „Entsprechend dem beigefügten Raumprogramm (Anlage 2) ist der Raumbestand des Gebäudes der Brodhagenschule für eine dreizügige Sekundarschule bereits unterdimensioniert, dies hat bauliche Erweiterungen zu Folge, die rechtzeitig bis zum Vollausbau der Schule über alle 6 Jahrgänge geschaffen werden müssen.“ (Bei 3 Zügen ca. 12 Räume und bei 4 Zügen sogar ca. 22 Räume. Der Raumbestand der Brodhagenschule beträgt aktuell 28 Räume.)

Die Umbau- und Erweiterungskosten werden hierbei in keinerlei Weise erwähnt.

Bereits in dem Brandbrief, der vom Sprecherrat der Bielefelder Realschulen verfasst wurde, wurden die strukturellen Benachteiligungen gegenüber den Realschulen deutlich kritisiert!

Es heißt in der Beschlussvorlage: „ …ein dauerhafter paralleler Betrieb von Sekundarschule Gellershagen und der Bosse Realschule als (unverändert zweizügige) Realschule wäre zwar grundsätzlich möglich, verringert aber die Aussichten, das die Sekundarschule Gellershagen die wünschenswert leistungsstarke bzw. leistungsheterogene Schülerschaft findet.“

Laut Herrn Wandersleb (Schulpolitischersprecher der SPD) wäre die Sekundarschule kein Konkurrent, sondern ein Alternativangebot.

Wir haben Angst, dass die gute pädagogische Arbeit in den Realschulen, das erprobte System und die bisher bevorzugte angenommenen Schulform Realschule, von dieser wenig erprobten und auch in anderen Städten nicht angenommene Schulform der Sekundarschule, weitere Benachteiligungen der Realschulen bedeutet.

Derzeit haben wir aktuell im Schuljahr 17/18 über 460 Schüler auf der Bosse Realschule und eine durchschnittliche Klassenstärke von ca. 32 Schülern. Durch die Mehrklassenbildung seit mehreren Jahren platzen wir sprichwörtlich aus allen Nähten! Dieses haben wir auch bereits wiederholte Male zum Ausdruck gebracht.

Die Bosse Realschule zugunsten der Sekundarschule Gellershagen (Brodhagen) auslaufend zu schließen, steht in keinem Verhältnis zu der bisher von den Eltern gewünschten Schulform Realschule und von der Schulpolitik präferierten Sekundarschule.

Wir begrüßen die Entstehung einer neuen zweizügigen Realschule im Stadtteil Baumheide, doch sollten die Bosse Realschule und Kuhlo-Realschule auslaufend geschlossen werden, bezweifeln wir sehr stark, dass genügend Aufnahme-Kapazitäten für die meistgewünschte Realschulform geschaffen wurden und vielen Eltern damit der Weg zur Sekundarschule aufgezwungen wird. Dieses steht ebenfalls in keinem Verhältnis zum Elternwillen.

Wir appellieren an die Verwaltung und an die Schulpolitiker!

Eine gut besuchte Realschule auslaufend zu schließen, anstatt sie in ein größeres Gebäude (Brodhagen) umziehen zu lassen, wo es eine Mensa für die Mittagsverpflegung gibt und die über Ausbauperspektiven verfügt, um für die hohen Anmeldezahlen an den Realschulen Plätze zu sichern, kann NICHT die Lösung sein!

Die Infoabende und Elternbefragung an den Grundschulen müssen neutral und für jede Form der weiterführenden Schulen gehalten und gestaltet werden, ebenso die Infoveranstaltungen an den geplanten Sekundarschulen Kuhlo und Bosse!

Nur so können die Eltern der Grundschüler objektive Entscheidungen für ihre Kinder treffen. Dieses wurde bereits mehrfach kritisiert und angesprochen.

 

Bei Fragen bitte melden bei Daniela Schmidt-Müller

Tel. 0521 93449848 oder 0172 5647464, per Mail: Danny.schmueller@outlook.de