Kontakt

Schulleitung

Kollegium

Bossenetzwerk

Sozialpädagogik

Falken

SV

Förderverein

Stellungnahme der Schulkonferenz der Bosseschule zur geplanten auslaufenden Schließung

Wir als Schulfamilie, Schülerinnen, Schüler, Eltern, Lehrerinnen, Lehrer und Schulleitung der Bosseschule, sprechen uns entschieden gegen die auslaufende Schließung unserer Schule aus.

Seit mehr als 100 Jahren ist die Bosseschule eine feste Größe unserer Stadt, wir sind ein kleines, überschaubares familiäres System mit einem großen Netzwerk in unserer Stadt. Dementsprechend stehen an der Bosseschule immer jede einzelne Schülerin und jeder einzelne Schüler mit ihren jeweils individuellen Interessen, Neigungen und Potentialen im Zentrum des pädagogischen Handelns. Unser System bietet vor allem Schülerinnen und Schülern, die einen engen Bezugsrahmen benötigen, die Möglichkeit, entsprechend ihren Voraussetzungen die Schule zu durchlaufen und erfolgreich abzuschließen.

Wir möchten insbesondere unsere erfolgreiche Arbeit im Bereich des gemeinsamen Lernens (siehe unten) fortsetzen und weiter ausbauen, deswegen haben wir schon lange vor der Diskussion um die Sekundarschule unseren wachsenden Raumbedarf angemeldet und begründet. Zu diesem Anliegen haben wir auf einen Brief eines Elternvertreters bis heute keinerlei Reaktion von Dr. Witthaus, dem Schul- und Kulturdezernenten der Stadt Bielefeld, bekommen. Wir möchten betonen, dass wir an der Größe unseres Systems festhalten wollen, da unsere Erfahrung gezeigt hat, dass das vielen Schülerinnen und Schülern gut tut. Wir benötigen jedoch dringend mehr Räume: Differenzierungsräume, Ruheräume, Räume für Elternberatung, Räume für Gespräche am „Runden Tisch" mit den zahlreichen Kooperationspartnern (Jugendamt, Förderschulen, Schulstation, Gesellschaft für Sozialarbeit etc.).

Die Bosseschule ist zudem die einzige innerstädtische Realschule, die es als Halbtagsschule Familien ermöglicht, nachmittags ihre Zeit gemeinsam zu gestalten. Der offene Ganztag gewährleistet bei Bedarf aber auch eine schulische Nachmittags­ betreuung im Rahmen der Hausaufgaben, des Förder/- und Forderunterrichts und der freiwilligen Arbeitsgemeinschaften. Unsere Kooperation mit den Falken unterstützt hier diverse außerschulische Aktivitäten, die die sozialen Fähigkeiten unserer Schülerinnen und Schüler fördern.

Die Halbtagsform unserer Schule ermöglicht uns auch, die Zeit am Nachmittag mit unseren Schülerinnen und Schüler so zu gestalten, dass eine individuelle ganzheitliche Ausbildung möglich wird. So haben wir, um nur ein Bespiel zu nennen, in Jahrgang 8 ein schulisch organisiertes Ehrenamt für alle unsere Schülerinnen und Schüler im Rahmen des Politikunterrichts in Zusammenarbeit mit der Freiwilligenagentur installiert. Die Rückmeldungen aus den sozialen Einrichtungen (Pflegeheime, OGS von Grundschulen,Einrichtungen für behinderte Menschen etc.) sind durchweg positiv und die Arbeit unserer Schülerinnen und Schüler wird sehr geschätzt. Das macht uns sehr stolz, ist eine wichtige Erfahrung für die Kinder und bestärkt sie in ihrem Engagement.

Die Bosseschule war eine der ersten Schulen mit gemeinsamem Unterricht. In unserer ersten Inklusionsklasse, die jetzt in Klasse 10 ist, konnte bei 4 von ursprünglich 7 Förderschülerinnen und Förderschülern der Förderbedarf aufgehoben werden.

Wir sind der Meinung, dass dies ein Beweis und das Ergebnis der engagierten Arbeit, der guten und vertrauensvollen Zusammenarbeit an unserer Schule ist. Nicht zuletzt haben wir diesen Erfolg auch durch unsere Netzwerkarbeit mit vielen außerschulischen Partnern erreicht (Mitarbeitern des Jugendamtes, Vormündern, Schulpsychologen, Schulsozialarbeitern, Tageskliniken, etc.).

Wir haben den Eindruck, dass für die Durchsetzung des politischen Willens eine Sekundarschule errichten zu wollen, wir als bestehende und erfolgreich arbeitende Schule vernachlässigt werden. Schon jetzt wird in der Öffentlichkeit von städtischer Seite der Eindruck erweckt, dass die Schließung der Bosseschule bereits feststehe und sich ein Nachdenken über eine Anmeldung an unserer Schule gar nicht lohne. So wird es uns immer wieder telefonisch oder per mail von Eltern oder in persönlichen Gesprächen mit Eltern zurückgemeldet. Das macht uns betroffen.

Wir haben NICHT am Konzept der Sekundarschule mitgewirkt, da wir NICHT an der eigenen Schließung arbeiten wollten. Wir sind davon überzeugt, dass die Schullandschaft der Stadt Bielefeld nicht auf die Bosseschule, unser Konzept des gemeinsamen Lebens und Lernens und die engagierte und erfolgreiche Arbeit dieser Schule verzichten kann.

Die Schulkonferenz der Bosseschule


Stellungnahme